Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Wissenschaft & Kirche über ihre Gründe für das Deserteursdenkmal [bitte aufs Bild klicken]

 

Das erste österreichische Deserteursdenkmal steht in Wien!

 

Am 24. Oktober wurde mit einem Staatsakt am Wiener Ballhausplatz das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz eröffnet. Die Inauguration markiert einen Meilenstein auf dem Weg zu einer vollständigen gesellschaftlichen Rehabilitierung von Deserteuren und anderen ungehorsamen Soldaten auf der einen, Angehöriger europäischer Widerstandsbewegungen, Kriegsgefangener und ZivilistInnen auf der anderen Seite. Gegen sie verhängten Wehrmachtgerichte während des Krieges über 30.000 Todesurteile, davon schätzungsweise 1.500 gegen ÖsterreicherInnen.

 

Eröffnungsfeier

Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz

Freitag, 24. Oktober 2014, 11 Uhr

Ballhausplatz Wien

 

Ort: Ballhausplatz 2
Zeit: 11 Uhr

Programm:

  • M!M - Eine Choreografie von Laurent Chétouane, gemeinsam erarbeitet und getanzt von Mikael Marklund, 2013/14
  • Martina Taig, Geschäftsführerin KÖR (Kunst im öffentlichen Raum)
  • David Ellensohn, Klubobmann der Grünen Wien
  • Walter Manoschek, Politikwissenschaftler

Friedrich Cerha, Spiegel VI, aus dem Zyklus Spiegel I-VII für großes Orchester und Tonband, 1960/61, Klangforum Wien, ORF Symphonie Orchester Wien, Leitung: Friedrich Cerha

  • Andreas Mailath-Pokorny, Wissenschafts- und Kulturstadtrat der Stadt Wien
  • Richard Wadani, Zeitzeuge und Deserteur
  • Kathrin Röggla, Schriftstellerin
  • Josef Ostermayer, Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und öffentlichen Dienst
  • Heinz Fischer, Bundespräsident der Republik Österreich

Chor Gegenstimmen, Sag Nein!, 2014 (ein Auszug aus der Ode an den Deserteur von Frederic Rzewski, Text: Kurt Tucholsky / Wolfgang Borchert)









DREI ASPEKTE
SIND FÜR UNS ZENTRAL:

I.  Erstens soll das Deserteursdenkmal
ein Ort des mahnenden Erinnerns sein.

Hier gedenken wir jener mutiger Frauen und Männer, die sich der Verfolgung durch die Wehrmachtsjustiz widersetzten und dafür vielfach mit dem Tod bezahlten.

II. Zweitens soll das Deserteursdenkmal neben dieser emotionalen Dimension historische Informationen zur Verfolgung in Wien bereit stellen. 

III. Drittens soll das Deserteursdenkmal ein Ort der Begegnung und des Dialogs sein.


Ein Ort, der zum Verweilen einlädt, ein Ort der Intervention in den öffentlichen Raum. Ein solcher Platz muss zentral gelegen sein und Bezüge zu den historischen Orten der Verfolgung in den Wiener Bezirken bieten. Wien war neben Berlin, Hamburg oder Torgau eines der Zentren der Verfolgung durch die Wehrmachtsjustiz.