Köln oder Kleinbottwar, Hamburg oder Hannover - diese Städte haben vor allem eines gemeinsam: ein Deserteursdenkmal.

Die ersten Deserteursdenkmäler auf deutschem Boden gibt es seit Mitte der 1980er Jahre. Wichtige Anstöße gab dabei unter anderen die Friedens-bewegung, die vor allem seit dem so genannten NATO-Doppelbeschluss (1979) – der Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in Deutschland – viele Menschen mobilisierte. Eine breite gesellschaftliche Basisbewegung aus Geschichtswerkstätten, Gewerkschaften, Kirchen, Parteien des linken Spektrums usw. stritten mit Parteien und Institutionen des bürgerlichen Lagers und soldatischen Traditionverbänden vor allem über zwei Fragen: Die Bewertung von Desertion in einem von Deutschland verursachten verbrecherischen Angriffskrieg und in diesem Zusammenhang auch über die Legitimität aktueller Kriege bzw. Rolle und Verantwortung des Einzelnen darin.


30 Deserteursdenkmäler in Deutschland


Rund 30 Deserteursdenkmäler sind seither in Deutschland entstanden, das jüngste wurde 2009 in Köln eröffnet. Das Spektrum reicht dabei vom Stolperstein bis hin zu meterhohen und tonnenschweren Skulpturen. Einige stehen an prominenten Plätzen, die meisten allerdings noch immer unauffällig auf Privatgrundstücken. Manche Denkmale erinnern an konkrete Einzelne, meist aber an »den unbekannten Deserteur«. Oft sind es nur Gedenktafeln, auf Steine oder andere Träger aufgebracht – einige greifen in mehr oder weniger figürlichen Entwürfen das Thema des Einzelnen gegenüber dem militärischen Apparat oder der Mehrheit der gehorsamen Soldaten auf.

 

 

Berlin/Charlottenburg | Bernau bei Berlin | Braunschweig/Stadt Braunschweig/Buchhorst | Bremen/Vegesack | KZ-Gedenkstätte Buchenwald | Darmstadt | Ebern | Erfurt | Flensburg  Göttingen | Hamburg/Höltigbaum | Hamburg/Wandsbek | Hannover | Ingolstadt | Karlsruhe | Kassel | Kiel-Holtenau | Kleinbottwar | Köln | Leipzig | Mannheim | Marburg | Potsdam  SchleswigSievershausen | Stuttgart | Tübingen Ulm | Wilhelmshaven | Bremen | Detmold | Halbe | Hamburg/Blankenese | Nottuln | Ost-Berlin



Foto Patricia Pisani, Berlin

1. Berlin/Charlottenburg

Das »Denkzeichen zur Erinnerung an die Ermordeten der NS-Militärjustiz« der Künstlerin Patricia Pisani wurde 2002 in der Nähe der Murellenschlucht (Berlin-Charlottenburg) eingeweiht. Die evangelische Kreissynode Charlottenburg hatte das Projekt im Jahre 1995 angeregt. In den sieben Jahren bis zur Umsetzung gab es eine lange Reihe von Streitpunkten zwischen den InitiatorInnen und dem Land Berlin. Dieses nutzte zu das Gelände bis vor kurzem noch als Schießgelände seiner Polizei. Die Hinrichtungsstätte lag auf diesem Gelände; das Land Berlin weigerte sich bis zum Schluss, das Denkmal direkt an der historischen Stätte errichten zu lassen.

Das Denkmal von Patricia Pisani besteht aus einer Installation von 104 beschrifteten Verkehrsspiegeln, die Aussagen von Zeitzeugen sowie zeitgenössische und aktuelle Gesetzestexte zum Thema wiedergeben. Auf dem Schießgelände im Westen Berlins, in unmittelbarer Nähe zum Olympiastadion, wurden zwischen dem 12. August 1944 und dem 14. April 1945 rund 340 kriegsgerichtlich verurteilte Wehrmachtsoldaten erschossen.

Weiterführende Informationen www.denkzeichen-am-murellenberg.de

 

2. Bernau bei Berlin

Am 15. Mai 1998 weihte die Stadt Bernau nordöstlich von Berlin das Deserteursdenkmal mit dem Titel »Weil er nicht töten wollte« des Bildhauers Friedrich Schötschel ein. Die Anregung zum Denkmal war von einer Bernauer Schülergruppe ausgegangen; eine Eingabe an die Stadtverordnetenversammlung wurde 1997 positiv beschieden. Das Denkmal, in Form einer Relieftafel auf einem Betonblock steht in der Mühlenstraße, direkt an der historischen Stadtmauer; direkt gegenüber befindet sich ein Kriegerdenkmal für die gefallenen deutschen Soldaten des deutsch-französischen Krieges von 1870/71, außerdem ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, sowie ein sowjetisches Ehrenmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten des Zweiten Weltkriegs.

Das Deserteursdenkmal zeigt einen an Händen und Füßen gefesselten Deserteur bei seiner Hinrichtung. Die Augen sind ihm verbunden. Neben ihm befinden sich in der Wand zahlreiche Einschusslöcher. Zu Füßen des Reliefs ist eine Bronzeplatte angebracht; die Inschrift – angelehnt an Verse Gerhard Schönes – lautet:

» Gewidmet allen Deserteuren und Verweigerern / deren Heimat die Mutter Erde ist, / die im Feind den Menschenbruder erkennen, / die statt auf Generäle auf den Befehl ihres Gewissens hören, /
die nicht an Ideologen, sondern am Leben hängen, / deren Angst kleiner als ihre Liebe ist.«


In Bernau bei Berlin waren noch im April 1945 Deserteure von Feldjägern erschossen worden. Das Grab von zwölf Soldaten eines Strafbataillons, die sich von ihrer Truppe entfernt hatten, wurde 1956 nördlich der Chaussee Bernau-Albertshof gefunden. Die Gebeine der Ermordeten wurden auf dem Friedhof von Bernau im Beisein der Hinterbliebenen beigesetzt.

Foto und weiterführende Informationen www.offenehuette.de

Foto Manuela Büchting, Braunschweig

3. Braunschweig/Stadt

Eine in der Braunschweiger Innenstadt an der Westseite der Magni-Kirche angebrachte Steintafel nimmt hier insofern eine Sonderstellung ein, als sie formal eher ein Platzhalter für ein Deserteursdenkmal ist. Dieses Denkmal des Braunschweiger Künstlers und Totalverweigerers Rainer Scheer wurde zunächst zweimal von Unbekannten zerstört und später, in der Neujahrsnacht 1995, gestohlen. Die ersten Anfänge des Kampfes für ein Deserteursdenkmal in der Region Braunschweig gehen noch viel weiter zurück: Erstmals 1989 und dann noch weitere vier Male versuchten Friedensaktivisten der Stadt Braunschweig ein Denkmal zu »schenken«. Die beiden ersten Denkmäler von Rainer Scheer wurden jeweils zerstört, ein neuer Denkmalsentwurf endete zweimal mit der Rückgabe des Denkmals an den Künstler. Verbunden mit den Denkmälern waren jeweils radikal-pazifistische Interventionen, Kritik an den Kriegen der NATO in Somalia, Jugoslawien und anderswo und damit eine Verknüpfung historischer und aktueller Bilder von Deserteuren.


Auch wenn keines der Denkmäler in der Braunschweiger Innenstadt jemals einen Platz finden konnte, erinnerte das Friedenszentrum Braunschweig als Initiator bei der Einweihung einer Steintafel am 12. April 1995 nicht nur an das verhinderte Denkmal, sondern auch an die Deserteure der Wehrmacht des Zweiten Weltkrieges. Unter dem Motto ein: »Den Deserteuren ein Denkmal, sie schaden dem Krieg« heißt es hier: »Hier stand vom 1.9.1994 bis zum 1.1.1995 ein Deserteurdenkmal. Nach zwei Zerstörungsversuchen wurde es am Neujahrsmorgen entwendet. Also seid ihr verschwunden, aber nicht vergessen; niedergeknüppelt, aber nicht widerlegt, zusammen mit allen unbeirrbar auf der Wahrheit Beharrenden uns Mahnung und Beispiel. Nach Bert Brecht«

Im nächsten Jahr gelang es dem Braunschweiger Friedenszentrum allerdings doch noch, die Stadt in die Pflicht zu nehmen. Historische Recherchen hatten ergeben, dass die Wehrmachtjustiz bei den Schiessständen in der Buchhorst, einem Wald bei Riddagshausen (siehe nächster Eintrag), auch verurteilte Wehrmachtssoldaten hatte hinrichten lassen. Wieder bildete sich eine Initiative für die Errichtung eines Deserteursdenkmals. Standort solllte der Garnisonsfriedhof Rebenring/Pockelstraße (nahe der heutigen TU-Mensa) werden. Ein Wettbewerb wurde ausgelobt, eine Jury berufen und am 12. April 1996 kam es zu einer Preisverleihung. Ausgezeichnet wurde Arne Witt aus Flensburg für eine Skulpturen-Reihe von Beton-Klötzen, von denen einer umgefallen und zerbrochen ist. Umgesetzt wurde das Denkmal indes nicht.

Foto und weiterführende Informationen www.friedenszentrum.info

4. Braunschweig/Buchhorst

Am 16. November 2003 weihte das Friedenzentrum Braunschweig mit Unterstützung des Kloster- und Studienfonds sowie des Forstamts Riddagshausen eine Gedenkstätte für die auf dem Schießstand Buchhorst erschossen Opfer des Nationalsozialismus ein. In den Ruinen des noch bis 1962 von Polizei und Bundesgrenzschutz als Schießanlage genutzten Geländes erinnert eine bemerkenswerte Installation an den Ort der Hinrichtung von mindestens sechs wehrmachtgerichtlich Verurteilten. Entworfen und umgesetzt wurde sie seit 2002 von Studierenden der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste unter Leitung der Bildhauerin Petra Förster. Die roten Fäden auf der Fotografie versinnbildlichen die Geschossbahnen der Hinrichtungskommandos. Auf Tafeln im inneren der Kugelfänge sind Namen der Exekutierten aufgebracht. Zudem markieren vier Skulpturen aus Ziegelsteinen und Ruinenresten den Weg zur Hinrichtungsstätte. Sie sollen die Aufmerksamkeit von Spaziergängern und Wanderern des naheliegenden Waldweges erregen.
Die in Braunschweig meist von der Division 191 gefällten Todesurteile wurden außer in Buchhorst, in Wolfenbüttel, im Kasernengelände in der Lindener Straße sowie im dortigen Gefängnis vollstreckt.

Foto Manuela Büchting, Braunschweig


Weitere Informationen www.friedenszentrum.info
sowie kramerwf.de und www.vernetztes-gedaechtnis.de

5. Bremen/Vegesack

Am 26. April 1986 weihte die Gruppe »Reservisten verweigern sich« das Mahnmal »Dem unbekannten Deserteur« auf dem Ansgarikirchhof in Bremen ein. Durch Vermittlung des Bremer Senators für Bildung, Wissenschaft und Kunst wurde mit dem Gustav-Heinemann-Bürgerhaus bald ein neuer Standort gefunden; hier ist das Mahnmal noch heute zu sehen. An der öffentlichen Veranstaltung zur Übergabe des Mahnmals am 18. Oktober 1986 waren die Initiatoren, Vertreter des Bürgerhausvereins sowie der Antifaschistische Arbeitskreis, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten, Angehörige der Volkshochschule und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft beteiligt.


Die politische Auseinandersetzung vor allem mit Vertretern der bürgerlichen Parteien in und außerhalb Bremens wurde erbittert geführt. Dies lag vor allem daran, dass das Mahnmalprojekt von Anfang an einen besonderen politischen Charakter hatte. Bei den Initiatoren und Gestaltern der Skulptur handelte es sich um eine Gruppe von Reservisten der Bundeswehr, die nachträglich den Kriegsdienst verweigert und sich zuvor explizit vom NATO-Doppelbeschluss, der Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in Deutschland, distanziert hatten. Sie bezeichneten sich als »die bekannten Deserteure« von morgen. Um dies zu verdeutlichen, wurde der Kopf des Soldaten bzw. Deserteurs auf dem Mahnmal mit einem NATO-Helm versehen. Die Gruppe »Reservisten verweigern sich« suchte im Rahmen der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Deserteuren gleichzeitig nach Bezügen zu den Deserteuren der Wehrmacht.

Foto Geschichtswerkstatt, Heft 22


Weiterführende Informationen www.zeit.de


Foto www.braunzonebw.blogsport.de/images/KZ.Buchenwald.Gedenktafel.Deserteure.klein.JPG

6. KZ-Gedenkstätte Buchenwald

Am ehemaligen Block 45 des ehemaligen Konzentrationslagers erinnert heute ein Gedenkstein an Deserteure und so genannte Wehrkraftzersetzer der Wehrmacht, die von November 1944 bis März 1945 aus dem Militärstrafvollzug oder aus Zuchthäusern in das Konzentrationslager Buchenwald eingewiesen worden waren. Die Gedenkplatte wurde im Rahmen eines Festakts am 15. Mai 2001 – dem internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerer – auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte der Öffentlichkeit übergeben. Der Gedenkstein trägt folgende Inschrift: »In Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz, die den Kriegsdienst verweigert haben und einem verbrecherischen Regime nicht mehr dienen wollten.« Der Anstoß zu der Gedenkplatte ging aus von einer Tagung des Vereins »Gegen das Vergessen – für Demokratie«, drei Jahre zuvor; Mitinitiator war Ludwig Baumann, Vorsitzender der »Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz«.

Foto www.braunzonebw.blogsport.de
Weiterführende Informationen www.buchenwald.de


7. Darmstadt

Eine Gruppe von Ex-Reservisten der Bundeswehr mit dem Titel »Darmstädter Friedenshetzer« weihte am 14. November 1987 im Garten des Pfarrers der evangelischen Martinsgemeinde eine Stahlplastik mit dem Titel »Dem unbekannten Deserteur ein«. Das Denkmal zeigt die Silhouetten von fünf Soldaten, die die Hand zum Gruß an den Helm gelegt haben. Mit dem Denkmal wollten die Initiatoren darauf aufmerksam machen, »daß sich der Soldat in einem 'Unrechtsstaat' nicht an der Rechtslage, sondern an seinem Gewissen orientieren soll«, heißt es in einer Pressemedlung aus dem Jahre 1987. Außerdem wollte die Reservistengruppe auf die Diskriminierung und Benachteiligung der überlebenden Wehrmachtsdeserteure hinweisen.
Gefertigt wurde das Denkmal von einer Gruppe des Werkhofes Darmstadt. Die Aktion fand noch jenseits staatlicher Unterstützung oder Finanzierung statt. Da die Denkmalsetzer einen möglichst großen Kreis von Menschen erreichen wollten, war von vornherein geplant, das Denkmal an verschiedene Orte zu bringen. Nach dem Garten des Pastors wurde es an weiteren zwei Orten gezeigt, auf einem Schulgelände und an einer Mauer in der Lauteschlägerstraße in Darmstadt. Dort ist die Plastik seit 1994 noch immer angebracht.

Foto entnommen aus Geschichtswerkstatt, Heft 22

8. Ebern/bei Würzburg

Sechzig Jahre nach der Erschießung von vier namentlich bekannten Wehrmachtssoldaten weihte die mainfränkische Stadt Ebern am Hinrichtungsort eine Gedenktafel ein. Seit 2005 gedenkt die Stadt den Männern, die sich vermutlich in den letzten Kriegstagen von ihren Einheiten abgesetzt hatten und dafür am 5. April 1945 im Gefängnishof der Stadt vor einem Erschießungskommando sterben mussten – nur sechs Tage, bevor amerikanische Truppen die Stadt befreiten. Auf dem Stein, den der Bürgerverein Ebern gesetzt hat, sind die Namen der vier Erschossenen eingraviert; an der Unterkante ist ein Ausspruch von Martin Luther eingraviert: »Das Recht ist ein zeitlich Ding, das zuletzt aufhören muss. Aber das Gewissen ist ein ewig Ding, das nimmermehr stirbt.« Durch intensive lokalhistorische Spurensuche konnten in Franken viele ähnliche Beispiele vollstreckter Todesurteile, vor allem durch das Standgericht Helm, dokumentiert werden, unter anderem in Aschaffenburg, Bad Kissingen, Kronach, Hof, Coburg, Nürnberg und Zellingen bei Würzburg. Hier stehen entsprechende Denkmalsetzungen allerdings noch aus.

Foto Privatarchiv Günter Lipp


9. Erfurt

Am 1. September 1995 weihte die Stadt Erfurt bei den Wallanlagen der ehemaligen Zitadelle auf dem Petersberg das Deserteursdenkmal des Erfurter Künstlers Thomas Nicolai ein. Die Initiative für das Denkmal war im November 1994 unter anderen von Gewerkschaften, Friedensgruppen, Kirchenvertretern, Künstlern sowie überlebenden Deserteuren der Wehrmacht und anderen Opfern des Nationalsozialismus ausgegangen. Zahlreiche Prominente unterstützen das Projekt u. a. Ralph Giordano, Gerd Zwerenz, Joschka Fischer, der evangelische Erfurter Bischof Christoph Demke und Christa Wolf. Der christdemokratische Erfurter Oberbürgermeister Manfred Ruge stand dem Denkmal bis zu seiner Eröffnung ablehnend gegenüber. Die Fraktionen von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und PDS/DIE LINKE setzten sich schließlich durch.
Das Denkmal besteht aus acht Metallstelen, von denen sieben die Anmutung einer starren, disziplinierten Haltung haben. Eine ist abweichend gestaltet, wendet sich aus der Reihe ab; sie symbolisiert einen Fahnenflüchtigen. Eine Bronzetafel am Boden trägt die Inschrift »Dem unbekannten Wehrmachtsdeserteur – Den Opfern der NS-Militärjustiz – Allen die sich dem Naziregime verweigerten«. Der Text schließt mit einem Zitat von Günter Eich: »Seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt«.


Der Petersberg ist ein authentischer Ort der NS-Militärjustiz: Im Kommandantenhaus der Zitadelle Petersberg befand sich seit 1940 das Feldgericht 409. Infanterie Division. Zudem waren Zellen für Untersuchungshäftlinge im Keller der großen Defensionskaserne im inneren Ring der Festung untergebracht. An einer nahe gelegenen Häuserwand kam es zur Erschießung von mindestens 20 wehrmachtgerichtlich verurteilten Soldaten.

Foto Privatarchiv Eckart Schörle, Erfurt

Weiterführende Informationen www.erfurt-web.de

10. Flensburg

Im Jahre 2003 wurde dem aus Flensburg stammenden Kapitänleutnant Asmus Jepsen eine Straße im Neubaugebiet Twedter Feld gewidmet. Es liegt unweit des Geländes des Marinestandorts Mürwik, in dem bei Kriegsende der Großadmiral Karl Dönitz als Nachfolger Adolf Hitlers seinen Sitz hatte. Jepsen hatte wenige Stunden vor der Kapitulation in Norddeutschland seine Soldaten nach Hause geschickt und war dann selbst in seinen Heimatort zurückgekehrt. Kurze Zeit später wurde er verhaftet, von einem Standgericht wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt und am 6. Mai 1945 auf dem Twedter Feld erschossen. Allein in den letzten Kriegstagen starben in und um Flensburg nach wehrmachtgerichtlichen Urteilen mindestens 150 Soldaten. Die Straßenbenennung soll hier stellvertretend für andere ähnlich Aktionen stehen (vgl. den Eintrag zu Kiel-Holtenau, Köln-Dünnwald und Tübingen).

Foto Stadtarchiv Flensburg

11. Göttingen

Die niedersächsische Stadt war eine der ersten in Deutschland, die am 1. September 1990 offiziell eine Gedenktafel für Deserteure einweihte. Das Steinrelief mit dem Titel »Die Kirschen der Freiheit« des Göttinger Künstlers Joachim Nitsch wurde am Amtshaus, dem ehemaligen Sitz des in Göttingen stationierten 82. Infanterie Regiments, angebracht. Initiator war die Göttinger Gruppe »Reservisten verweigern den Kriegsdienst«, unterstützt durch weitere Gruppen der Friedensbewegung, die örtliche Geschichtswerkstatt, kulturpolitischen Initiativen und Parteien. Dem Bremer Beispiel folgend nahm die Reservistengruppe den Volkstrauertag 1987 zum Anlass, sich auch gegen die anhaltende Diskriminierung und Kriminalisierung von Deserteuren in der Bundesrepublik auszusprechen.


In den folgenden Jahren bis zur Eröffnung fand in der städtischen Öffentlichkeit eine intensive Auseinandersetzung statt. Die Historiker Jörg Kammler (Kassel) und Norbert Haase (Berlin) reisten für Veranstaltungen nach Göttingen, um Ergebnisse der damals erst beginnenden Forschung zum Thema zu referieren. Demonstrationen, Kundgebungen und Aktionen etwa aus Anlass von Antikriegstagen fanden statt, und es kam parallel auch zu sehr engagiert geführten kommunalpolitischen Auseinandersetzungen. SPD und Grün Alternative Liste (GAL) setzten sich schließlich gegen die Fraktionen von CDU und FDP durch, wenn auch mit jeweils unterschiedlichen Vorstellungen über den Text der Gedenkplatte.


Auf die Steintafel ist der Satz des Schriftstellers Alfred Andersch »Nicht aus Furcht vor dem Tod, sondern aus dem Willen zu leben« eingraviert. Das Motto stammt aus dem Roman Die Kirschen der Freiheit, in dem Alfred Andersch seine eigene Desertion aus der Wehrmacht im Juni 1944 in Italien verarbeitet. Das Denkmal wendet sich damit gegen falsche Ideale von Heldentum, bedingungslosen Gehorsam und Opferbereitschaft, die für die Initiatoren mit dem nur ca. 200 Meter entfernten Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 82er Regiments aufgerufen werden. Dessen Motto heißt: »Bis zum Tode getreu«.

Weiterführende Informationen www.antimilitaristischer-foerderverein.de

12. Hamburg/Höltigbaum

Am 5. September 2003 weihte die Kulturbehörde Hamburg auf Anregung eine Informationstafel zur Hinrichtungsstätte auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz auf dem Höltigbaum ein. Erste Impulse hierfür waren bereits im Jahre 1988 von der Friedensinitiative Rahlstedt ausgegangen. Der Standort, den Wehrmacht wie später auch die Bundeswehr genutzt hatten, war erst kurz zuvor aufgegeben worden. Heute ist das Arreal ein Naherholungsgebiet. Auf der vom Denkmalschutzamt Hamburg aufgestellten Tafel ist folgender Text abgedruckt: »Auf den Schießständen des Übungsplatzes wurden beginnend mit dem Jahr 1940 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs mindestens 330 Wehrmachtsangehörige, auch Kriegsgefangene hingerichtet. Die Todesurteile fällten Kriegsgerichte der Wehrmacht in Hamburg, Fahnenflucht oder Wehrkraftzersetzung waren zumeist die Gründe. Aus Soldaten der umliegenden Kasernen bildete man die Hinrichtungskommandos. Kurz vor Kriegsende, am 28. April 1945, fanden die letzten Exekutionen statt.«
Im Jahr 2005 stellte die SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Wandsbek den Antrag, die Straßen im Gebiet der von der Bundeswehr aufgegebenen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld nach Deserteuren zu benennen, die am Höltigbaum erschossen wurden.


Weiterführende Information www.gedenkstaetten-in-hamburg.de

 

13. Hamburg/Wandsbek

Stellvertretend für andere Stolpersteinverlegungen in Deutschland soll hier der für Kurt Oldenburg vom 20. Juli 2007 erwähnt werden. Oldenburg wurde 1942 wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt und später begnadigt. Er fiel in den letzten Kriegstagen als Angehöriger einer Strafeinheit der Wehrmacht; sein genaues Schicksal ist ungeklärt. Der Text des Stolpersteins lautet: »Hier wohnte/ Kurt Oldenburg/ Jg. 1922/ Dienst an der Waffe/ verweigert/ Todesurteil 1942/ Strafbataillon/ Tot 1945

Foto und weiterführende Informationen www.taz.de

14. Hannover

Hannover hat (ebenso wie Göttingen) seit dem 1. September 1990 ein Deserteursdenkmal. Seine Errichtung ging auf die Idee der »Selbstorganisation der Zivildienstleistenden und Totaler Kriegsdienstverweigerer« zurück. Ähnlich wie etwa die Initiativen in Braunschweig oder Bremen ging es der Gruppe um eine Verknüpfung von aktuellen Diskussionen um die Totalverweigerer der Bundeswehr und dem Schicksal der Wehrmachtsdeserteure im Zweiten Weltkrieg. Das Denkmal besteht aus einer Betonplatte von einem Quadratmeter Grundfläche, auf der ein hingeworfener Stahlhelm und ein Paar Kampfstiefel liegen. Es wurde zunächst öffentlich auf dem Kröpke in der Hannover' schen Innenstadt enthüllt. Anschließend brachten die Initiatoren das Denkmal an seinen Bestimmungsort vor das neue Rathaus, wo es bis heute steht; dies obwohl anfangs mit Ausnahme der GRÜNEN zunächst keine der Fraktionen des Stadtrates für das Projekt stimmte; erst 1994 nahm der Stadtbezirksrat Mitte das »Geschenk« der Denkmalsetzer an. Eine kleine Tafel auf der Sockelplatte trägt die Aufschrift »Denk-mal an den unbekannten Deserteur!«

Foto www.frieden-hannover.de
Weiterführende Informationen www.frieden-hannover.de

15. Ingolstadt

Im April 1999 weihte Ingolstadt sein »Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus und die Toten der Weltkriege« ein. Eine »Initiative für Mahn- und Gedenkstätten in Ingolstadt« um zwei GRÜNE Stadtverordnete hatte sich im Gedenkjahr 1995 gegründet; erste Forschungen von Lutz Tietmann zum Thema gehen in Ingolstadt auf das Jahr 1989 zurück. Als Ziel formulierte die Denkmalinitiative, bisherige Ingolstädter Denkmalsetzungen, die vor allem den deutschen Bomben- und anderen Kriegsopfern gewidmet waren, in ein neues übergreifendes Denkmalkonzept einzubeziehen, ohne dabei historische Tiefenschärfe zu verlieren.

Nach einer hochkarätig besetzten Fachtagung und einer in der städtischen Öffentlichkeit breit geführten Diskussion lobte die Stadt schließlich einen KünstlerInnenwettbewerb aus. Der siegreiche Entwurf wurde von allen Fraktionen des Ingolstädter Stadtrates mitgetragen.

Im Luitpoldpark stellten die Initiatoren schließlich neun je 1, 80 Meter hohe blaue Stelen auf, in die Fotos von verfolgten Ingolstädter Bürgerinnen und Bürgern montiert sind. An der Stele findet sich lediglich ein kurzer Hinweis auf die Verfolgung in der NS-Zeit. Im Stadtmuseum werden die abgebildeten Personen in einem zweiten Schritt ausführlich vorgestellt. Unter den Dargestellten sind Juden, ZwangsarbeiterInnen sowie andere aus politischen oder rassischen Gründen Verfolgte. Weitere Stelen sind in der Stadt verteilt aufgestellt; eine befindet sich an der ehemaligen Hinrichtungsstätte am Auwaldsee. Hier ließ die Wehrmachtjustiz zwischen August 1944 und April 1945 mindestens 75 Todesurteile vollstrecken, 63 davon an Wehrmachtsangehörigen.

Foto Privatarchiv Stefan Sauer
Weiterführende Informationen www.gedenkstaettenforum.de

16. Karlsruhe

Im Gewerbehof in der Steinstraße 23 steht ein Deserteursdenkmal, das auf Initiative der Karlsruher Gruppe von »Reservisten verweigern sich« am 5. Mai  1990 dort aufgestellt worden war. Das Denkmal besteht aus einem gemauerten Sockel, auf den ein Soldatenhelm platziert wurde. Eine Texttafel auf der Vorderseite des Sockels trägt die Inschrift: »hier lebte ein mann, der sich geweigert hat, auf seine mitmenschen zu schießen. ehre seinem andenken. kurt tucholski, für die deserteure«. Die Stadt Karlsruhe hatte sich zuvor geweigert, dem Denkmal ein städtisches Grundstück zuzuweisen. In den nächsten Jahren geriet es zunehmend in Vergessenheit und verfiel. 2005 restaurierten Mitglieder des Friedensbündisses Karlsruhe den Steinsockel. Am 17. November des Jahres wurde er unter Mitwirkung von Ludwig Baumann, dem Vorsitzenden der »Bundesvereinigung der Opfer der NS-Militärjustiz«, neu eingeweiht.

Foto www.museenkoeln.de

17. Kassel

In Kassel diskutierte man innerhalb eines radikalpazifistischen, linkshumanistischen und grün-alternativen Spektrums bereits Ende der 1970er Jahre über die Deserteure der Wehrmacht. Die Fraktion der GRÜNEN brachte 1981 den Antrag in den Stadtrat ein, die Geschichte der Kasseler Verweigerer wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Drei Jahre später legte der mit dieser Aufgabe betraute Historiker Jörg Kammler einen Bericht vor, der die Grundlage war für das weitere Vorgehen war. 1985 setzten sich SPD und GRÜNE im Kasseler Stadtrat gegen CDU und FDP durch; es erging der Beschluss, am traditionsreichen Truppenstandort Kassel eine Gedenktafel für Deserteure zu errichten. Am 9. Mai 1987 weihte die Stadt am städtischen Ehrenmal in der Fuldaaue die Gedenktafel ein. Sie trägt die Inschrift: »Zur Erinnerung an die Kasseler Soldaten, die sich dem Kriegsdienst für die nationalsozialistische Gewaltherrschaft verweigerten und dafür verfolgt und getötet wurden. Stadt Kassel. Beschlossen von der Stadtverordnetenversammlung am 4. Februar 1985«.

18. Kiel-Holtenau

Am 29. Oktober 1997 wandte sich der Direktor des Schleswig-Holsteinischen Landtages an die Gemeinde Altenholz unweit der Landeshaupts Kiel. Er bat die Gemeinde, die Straße »Am Schießstand« in »Oskar-Kusch-Straße« umzubenennen. Außerdem sollte ein Gedenkstein an die Hinrichtung des U-Boot-Kommandanten erinnern, der am 12. Mai 1944 auf der Schießanlage der Marine wegen »Wehrkraftzersetzung« hingerichtet worden war. Außer Kusch starben hier weitere 22 wehrmachtgerichtlich Verurteilte. In einem Festakt am 12. Mai 1998 wurden Stein und Straßenschild feierlich eingeweiht. Auf dem Stein ist folgende Inschrift zu lesen: »Sein Name steht für die vielen Opfer des nationalsozialistischen Unrechtstaates, die hier und an anderen Orten Ihr Leben ließen. Ihr Tod uns zur Mahnung. Gemeinde Altenholz, Landeshauptstadt Kiel, 12. Mai 1998«.

Fotos Privatarchiv Freiherr von Luttitz, Weyarn


19. Kleinbottwar

Im November 1989 ließ der Bürgermeister von Kleinbottwar, einem Stadtteil von Steinheim an der Murr (Landkreis Ludwigsburg) einen Gedenkstein für einen bei Kriegsende hingerichteten Deserteur aufstellen. Die Initiative ging dabei von der Marbacher »Alexander-Seitz Geschichtswerkstatt« aus. Der Stein trägt folgende Inschrift: »In dem untenliegenden Steinbruch wurde 3 Tage vor der Befreiung am 17. April 1945 der Soldat Erwin Kreetz von der Wehrmacht erschossen. Die aussichtslose militärische Lage sowie die Nachricht vom Tod seiner Frau veranlaßte den vierfachen Familienvater zu desertieren.«

Foto Geschichtswerkstatt, Heft 22

20. Köln

Seit 1996 findet jeweils am 27. Januar in Köln eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes statt, getragen von einem breiten Bündnis verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, Parteien und Institutionen. Auf der Veranstaltung 2006 standen die Kölner Opfer der NS-Militärjustiz im Mittelpunkt des Gedenkens. Im Anschluss bildete sich eine Initiativgruppe, die sich für einen Erinnerungsort für Deserteure, »Wehrkraftzersetzer« und andere von Wehrmachtgerichten Verurteilte einsetzte. Ähnlich wie in Ingolstadt bemühte sich auch die Kölner Gruppe um eine breite Einbindung unterschiedlicher Akteure und Institutionen. Als treibende Kraft des Prozesses entstand eine Projektgruppe »Kriegsgegner/innen als Opfer der NS-Militärjustiz in Köln« unter dem Dach des Fördervereins des städtischen NS-Dokumentationszentrums. Endergebnis des aufwändigen Diskussions- und Arbeitsprozesses war ein Antrag, den die PDS-Fraktion des Kölner Stadtrates am 28. September 2006 einreichte. Mit den zusätzlichen Stimmen von SPD und Bundnis 90/Die Grünen wurde er verabschiedet. Die Stadt bezuschusste das Projekt mit 50.000 Euro, außerdem sollten Spenden gesammelt werden. Maßgabe für den Standort des Denkmals war, dass er sich in die bisherigen Gedenkstätten für die Opfer der Naziherrschaft einzugliedern hatte.

Am 13. November 2008 beschloss der Stadtrat die Auslobung eines KünstlerInnenwettbewerbs, als Standort wurde der Appellhofplatz, gegenüber dem NS-Dokumentationszentrum festgelegt. Nach Auswahl des siegreichen Entwurfs des Schweizer Designers Ruedi Baur weihte die Stadt Köln das Denkmal am 1. September 2009 offiziell ein.


In den Jahren 1933 bis 1945 wurden Todesurteile gegen Deserteure und andere militärgerichtlich verurteilte Personen in Köln an verschiedenen Orten vollstreckt. Mindestens 59 von ihnen ließ die Wehrmachtjustiz im Kölner Gefängnis Klingelpütz hinrichten, vor allem durch Enthaupten. Die deutsche Armee nutzte während des Krieges einen Teil des Gefängnisses als Standortarrest- bzw. Wehrmachthaftanstalt. Mindestens 45 weitere Hinrichtungen durch Erschießen sind vor allem auf Übungsplätzen der Wehrmacht in und um Köln bekannt.

Foto und weiterführende Informationen www.museenkoeln.de

21. Leipzig

An der südlichen Mauer des Leipziger Ostfriedhofs steht ein Denkmal für 26 namentlich bekannte Wehrmachtssoldaten, die die Wehrmachtjustiz in der sächsischen Stadt hinrichten ließ. Der Granitstein mit Bronzetafel wurde am Antikriegstag (1. September) 1998 eingeweiht. Initiatoren waren neben der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten das »Leipziger Friedenszentrum« und die »Initiative Christliche Linke«, unterstützt von der Friedhofsverwaltung. Die Inschrift lautet: »Den hier ruhenden Opfern der nationalsozialistischen Militärjustiz 1939 – 1945«.

Foto und weiterführende Informationen www.vvn-bda-leipzig.de

22. Mannheim

Der Künstler Stefan von Reiswitz und die SteinmetzInnen Barbara und Karl Oppenrieder hatten bereits 1987 ein Deserteursdenkmal geschaffen, mit dem die »Spätverweigerer-Gruppe« München und die »Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsgegnerInnen« einen Gegenpol zum offiziellen Heldengedenken setzen wollten. Nach einer mehrjährigen Auseinandersetzung mit dem Münchner Stadtrat widersetzte sich dieser der Aufstellung des Steinobelisken. Im Jahre 1993 holten die Initiatoren das Denkmal schließlich nach Mannheim. Jedoch lehnte auch die dortige Stadtverwaltung die Aufstellung auf öffentlichem Grund ab. Ein wichtiger Grund dafür war dabei offenbar die Verknüpfung von Fragen des Gehorsams in aktuellen Kriegen und Armeen mit den Deserteuren des Zweiten Weltkrieges; allerdings bezweifelte die Mehrheit im Mannheimer Stadtrat offenbar auch die Legitimität der Handlungen von Deserteuren während des Zweiten Weltkrieges. Die Inschrift auf dem Stein, der seit dem 22. Juni 2002 vor einer Buchhandlung steht, lautet: »Alle Kriege sind verlorene Kriege / den Deserteuren«. Auf der Rückseite sind Bronzefiguren aufgebracht, die fliehen, fallen oder taumeln. Dadurch soll die »Einsamkeit« der Deserteure dargestellt werden.

www.friedenszentrum.info

23. Marburg

Seit dem 1. September 1999 steht gegenüber der ehemaligen Jägerkaserne in der Frankfurter Straße ein Deserteursdenkmal. Bevor es dort als Denkmal der Stadt Marburg seinen wahrscheinlich endgültigen Platz erhielt, vergingen mehr als 10 Jahre. Ausgangspunkt waren Überlegungen einer Gruppe von Zivildienstleistenden aus dem (erweiterten) Kreis der Marburger Geschichtswerkstatt. Seit 1988 gingen von Marburg eine ganze Reihe wichtiger Impulse für die historische Erforschung des Themas wie auch für den politischen Kampf um Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure aus: wissenschaftliche Symposien und Publikationen sowie vielfältige Formen der öffentlichen Intervention wurden in der mittelhessischen Universitätsstadt initiiert. Dazu setzten die AktivistInnen auch lokal, regional wie landesweit die demokratischen Institutionen unter Druck. Das war auch nötig, denn der Kampf um den endgültigen Aufenthaltsort des Denkmals war zäh. Die Diskussionen allerdings, die um dieses Ziel herum geführt wurden, werden von den Initiatoren als ebenso wichtig wie das Denkmal selbst eingeschätzt. Je nach Zählweise stand das Denkmal an fünf verschiedenen Orten bis es seinen Platz vor der Marburger Jägerkaserne fand. Die wohl spektakulärste Aktion war die 60-stündige »Duldung« der Figur eines Sandsteintorsos auf einer Panzersperre vor dem zentralen Hörsaalgebäude anlässlich der Marburger Station der Wanderausstellung »Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht« im Jahre 1997.


In der Zeit von Januar 1940 bis Januar 1943 sowie im Frühjahr 1945 wurden in Marburg mindestens zehn zum Tode verurteilte Soldaten erschossen. 34 weitere Todesurteile ließen die Gerichte der Divisionen 159 und 409 durch ihre Marburger Zweigstellen an anderen Standorten vollstrecken.

Foto und weiterführende Informationen www.geschichtswerkstatt-marburg.de

24. Potsdam

Die Vorgeschichte des Potsdamer Deserteursdenkmals beginnt in Bonn. Das dortige  Friedensplenum, ein Zusammenschluss unterschiedlicher Initiativen, Aktionsgemeinschaften und Arbeitskreisen, lobte in der damaligen Bundeshauptstadt einen Ideenwettbewerb aus, den der in West-Berlin lebende türkische Bildhauer Mehmet Aksoy gewann Dabei flossen keine öffentlichen Gelder, die Kosten wurden vor allem durch Spenden und den Verkauf von Abgüssen der Entwurfsfassung aufgebracht.


Als nächsten Schritt rief das »Bonner Friedensplenum« für den 1. September 1989 auf dem Bonner Friedensplatz zur Enthüllung des Deserteursdenkmals auf. Am 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs begann eine kontroverse öffentliche Diskussion, in der sich die Standpunkte abzeichneten, die im Prinzip bis zur Rehabilitierung der Deserteure im Jahre 2002 konstant blieben: Während das bürgerlich-konservative Lager, im Verbund mit soldatischen Traditionsverbänden und der Bundeswehr eine öffentliche Würdigung von Deserteuren der Wehrmacht ablehnte, weil diese angeblich die gehorsamen Soldaten desavourierten, setzten sich das linke Parteienspektrum und eine breite gesellschaftliche Basisbewegung dafür ein. In Bonn scheiterte schließlich die Einweihung des Denkmals, es kam nur zu einer provisorischen Einweihung des Denkmals. Ähnlich wie in Marburg, erhielt das Denkmal an verschiedenen Orten nur provisorisch »Asyl«. Dafür hatten die Debatten viel Aufmerksamkeit für das bis dahin kaum wahrgenommene Thema erzeugt.


Nach dem Fall der Mauer setzte sich der Potsdamer »Freundeskreis Wehrdiensttotalverweigerer« für eine Aufstellung des Denkmals in der Bonner Partnerstadt ein. Die knapp 12 Tonnen schwere Arbeit, die den Negativabdruck eines Menschen zeigt, fand schließlich in der alten preußischen Garnisonsstadt einen dauerhaften Platz. Am 2. September 1990 wurde das Denkmal mit städtischer Unterstützung auf dem Platz der Einheit enthüllt; eine »Duldung« erhielt es zwar zunächst nur für ein halbes Jahr, ein faktisches Bleiberecht gilt allerdings bis heute.

Foto www.potsdam.de

Weiterführende Informationen www.deserteur-denkmal.de

25. Schleswig

Im Jahre 1999 wurde in der Geltinger Bucht, am Strand von Norgaardholz bei Schleswig, ein Gedenkstein für die Marinesoldaten Alfred Gail, Martin Schilling und Fritz Wehrmann eingeweiht. Die drei Soldaten hatten sich am 5. Mai, nach der Teilkapitulation der Wehrmacht in Dänemark, auf den Weg nach Hause gemacht; unterwegs waren sie verhaftet und wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt worden. Am 10. Mai 1945, zwei Tage nach Kriegsende, ließ ein Kriegsgericht Gail, Schilling und Wehrmann an Bord des Schiffes »Buea« erschießen. Denkmalsetzer war der Kreis Schleswig-Flensburg. Vorausgegangen waren Forschungen des Flensburger Historikers Gerhard Paul.

Foto Kulturstiftung des Kreises Schleswig-Flensburg

26. Sievershausen

Im Jahre 1997 errichtete eine international zusammengesetzte »Workcampgruppe« am Antikriegshaus in Sievershausen bei Hannover ein Deserteursdenkmal. Es steht in der Verlängerung der Mauer zwischen dem alten Friedhof und dem ehemaligen Pastorengarten, »auf der Grenze zwischen dem Reich der Toten und dem blühenden Leben«, wie es auf der Homepage des Antikriegshauses heißt.


Das zentrale Bauelement des Denkmals ist eine Mauer, die zwei unterschiedliche Seiten zeigt. Zum Friedhof hin ist eine graue Betonwand gewandt, in die ein Paar eiserner Fesseln eingelassen sind, diese Seite steht für Krieg und gewaltsames Sterben. Die Mauerseite zum Pfarrgarten hin ist dagegen aus rotbraunen Ziegelsteinen errichtet, sie versucht Lebendigkeit und Zuversicht auszustrahlen. An einem Durchbruch in der Mauer ist die Silhouette eine Menschen angedeutet. Auf dem Informationstext des Antikriegshauses heißt es dazu: »Das Denkmal ist ein Hinweis auf Menschen, die bis in die Gegenwart hinein die Teilnahme an jeder Form des Kriegsgeschehens verweigern und dafür Schmähung, Verfolgung, selbst Tod zu erdulden bereit sind.« Vis a vis ist ein Kirschbaum gepflanzt, der eine Anspielung an das wohl bekannteste literarische Werk zum Thema ist: Alfred Anderschs Roman Die Kirschen der Freiheit.


Die »Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit – Antikriegshaus« wurde 1978 als Friedenszentrum gegründet, seither engagiert sie sich für das ehrende Gedenken an die Deserteure (nicht nur) der Wehrmacht.

Fotos und weiterführende Informationen www.seminarhaus-sievershausen.de

27. Stuttgart

In Stuttgart wurde am 30. August 2007, nach über zehnjähriger Vorbereitungszeit, am Theaterhaus ein Deserteursdenkmal eingeweiht; bei der feierlichen Eröffnung waren u. a. ein Deserteur der US-Armee und Ludwig Baumann, Wehrmachtsdeserteur und Vorsitzender der »Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz« anwesend.

Die Initiative ging aus von Friedensgruppen, Gewerkschaften, dem Stadtjugendring und Gruppen aus dem linksalternativen Spektrum. Die Stadt Stuttgart hatte sich zunächst gegen das Projekt gestellt, konnte schließlich aber für eine Unterstützung gewonnen werden. Zur Finanzierung des Denkmals rief die Initiative bereits 2006 eine Bausteinkampagne ins Leben, die noch nicht abgeschlossen ist. Geschaffen und gestaltet wurde das Denkmal von dem Aulendorfer Künstler Klaus Kernbach und dem Stuttgarter Steinmetz Gustav Treulieb. Vor dem Theaterhaus wird das Denkmal so lange stehen, bis ein würdiger städtischer Platz gefunden ist.


Das Denkmal besteht aus einem drei Meter hohen Granitquader, in den die Silhouette eines menschlichen Körpers eingearbeitet ist. Drei Meter vor diesem Block steht der aus dem Stein geschnittene Körper. Ähnlich wie die Skulpturen in Sievershausen oder Potsdam symbolisiert auch das Stuttgarter Denkmal einen sich aus Macht und Zwang befreienden Menschen. Eine Tafel am Denkmal trägt die Aufschrift: »Den Deserteuren aller Kriege«.

Foto und weiterführende Informationen www.deserteurdenkmal-stuttgart.de

28. Tübingen

Bei einem Festakt am 21. Oktober benannte der Tübinger Oberbürgermeister einen Platz im Französischen Viertel der Stadt in »Platz des unbekannten Deserteurs«. Mit dieser Namensgebung erinnert die Stadt Tübingen an den Ort in der Nähe der Hindenburgkaserne, an dem Ende des Zweiten Weltkriegs Deserteure erschossen wurden. Die Benennung des Platzes geht auf eine Initiative von Bewohnerinnen und Bewohnern zurück; sie waren Hinweisen auf die Erschießung von Deserteuren im Umfeld des ehemaligen Kasernenbereichs nachgegangen. Vorausgegangen waren außerdem Recherchen des Tübinger Stadtarchivs. Mitarbeiter suchten nach Namen der Hingerichteten und versuchten allgemein Licht in die Vorgänge der letzten Kriegswochen zu bringen. Eine Gedenktafel soll auf die historischen Hintergründe der Namensgebung am »Platz des unbekannten Deserteurs« hinweisen.

Foto www.peace.maripo.com
Weiterführende Informationen www.tuepedia.de

29. Ulm

Auch in Ulm war eine Vereinigung von Spätverweigerern der Bundeswehr der Ausgangspunkt für die »Initiative zur Schaffung eines Deserteur-DENKmals«. Für den 1. September 1989 war die Enthüllung des Deserteursdenkmals in Ulm geplant: Eine 10 mal 2,5 mal 4 Meter große und über 5 Tonnen schwere Plastik der Bildhauerin Hannah Stütz-Mentzel. Die Aufstellung erfolgte zunächst widerrechtlich auf dem Gelände des Bundesvermögensamtes in Ulm. Dort blieb es nach Intervention des damaligen Bundesfinanzministers Theo Waigel nur vier Wochen stehen und musste auf ein privates Grundstück umziehen. Erst am 19. November 2005 enthüllte das »Friedensnetzwerk Ulm« das Deserteursdenkmal, in die Nähe des historischen Erschießungsortes der Ulmer Deserteure, unterhalb des Eingangs zum Botanischen Garten der Universität. Das Denkmal mit dem Motto »Stein des Anstoßes« trägt (wie in Karlsruhe) die Inschrift: »Hier lebte ein Mann, der sich geweigert hat, auf seine Mitmenschen zu schießen. Ehre seinem Andenken. Kurt Tucholski, 1925«. Die Skulptur aus dicht beieinander stehenden fallenden Eisenquadern deutet die Dynamik an, die die Verweigerungen von Einzelnen haben können. Es soll Mut zum eigenverantwortlichen Handeln ausdrücken, sowie die Abkehr von Gewalt und den Einsatz für Frieden würdigen.

Foto und weiterführende Informationen www.friedensdenkmal-ulm.de

30. Wilhelmshaven

Am 5. Mai 1999 weihte die Stadt Wilhelmshaven im Verbund mit dem »Antifaschistischen Bündnis« ein Denkmal für die am ehemaligen Standortschießstand hingerichteten mindestens 85 Marinesoldaten ein. Gestaltet wurde das Denkmal von dem Wilhelmshavener Künstler Hans Georg Wölbern. »Auf diesem Gelände befand sich bis zur Befreiung vom Nationalsozialismus der Schießstand des Militärstandortes Wilhelmshaven. Eine unbekannte Zahl deutscher Soldaten wurde hier während des Zweiten Weltkrieges durch Erschießungskommandos der Kriegsmarine exekutiert. Nachgewiesen sind 54 Hinrichtungen in der Zeit von 1943 bis 1945. Die Leichen wurden zum Friedhof Aldenburg gebracht. Die von der nationalsozialistischen Militärjustiz im Namen des deutschen Volkes Wehrkraftzersetzung, Gehorsamsverweigerung, Fahnenflucht und nach der Volksschädlingsverordnung verhängten Todesurteile bezweckten die »Aufrechterhaltung der Manneszucht«.

Diese Unrechtsurteile sollten die Weiterführung des von Deutschland zu verantwortenden verbrecherischen Krieges gewährleisten. Die letzte Hinrichtung fand hier am 5. Mai 1945 statt, wenige Stunden vor Ende des Krieges. Wilhelmshaven 1999.«

Foto Stadtarchiv Wilhelmshaven

Nicht alle Denkmalprojekte der letzten 30 Jahre konnten verwirklicht werden; einige bestanden nur vorübergehend, bei anderen blieb es bei einer Form der öffentlichen Intervention, das heißt Denkmale wurde spontan geschaffen und etwa bei Demonstrationen mitgeführt und verschwanden anschließend wieder. Viele solcher Initiativen sind niemals dokumentiert worden oder nicht mehr zu recherchieren. Gleichzeitig gibt es bundesweit nach wie vor Initiativen, die für weitere Deserteursdenkmäler kämpfen. Es folgt eine eine (unvollständige) Aufzählung.

31. Bremen

Am 1. September 2008 präsentierte der Bremer Künstler Joachim Fischer sein noch provisorisches, fahrbares Denkmal »Dem Unbekannten Deserteur« während eines »Demo-Spaziergangs«. Auf dem Bremer Marktplatz hatten sich rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern versammelt. Ludwig Baumann berichtete von seiner Desertion im Zweiten Weltkrieg, Mitveranstalterin war die Georg-Elser-Initiative. Ziel der Aktion war die Altmannshöhe in den Bremer Wallanlagen, auf dem sich ein Kriegerdenkmal befindet. Der SPD-geführte Bremer Senat lehnt die Forderung der Bremer Friedensgruppen für ein weiteres Denkmal für Deserteure mit Hinweis auf den Gedenkstein im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus ab.

Foto und weiterführende Informationen www.bremer-montagsdemo.de

32. Detmold

In Detmold kämpft der Antifaschistische Arbeitskreis seit dem Jahr 2005 für ein Deserteursdenkmal. Insbesondere an Gedenktagen wie dem 8. Mai finden regelmäßig Veranstaltungen zum Thema statt. Auch eine vorläufige Version eines Denkmals ist bisher vorab und feierlich enthüllt worden. Das Projekt ist bis heute nicht abgeschlossen.

33. Halbe

In Halbe, dem Schauplatz einer der blutigsten Schlachten auf deutschem Boden bei Kriegsende , kämpft ebenfalls seit 2005 eine Initiative für die Errichtung eines Denkmals für Wehrmachtsdeserteure, »Wehrkraftzersetzer« und Kriegsdienstverweigerer. In Halbe ließ die Wehrmacht zahlreiche Deserteure hinrichten, die sich geweigert hatten, sich in den letzten Kriegstagen noch »verheizen« zu lassen. In namentlich nicht gekennzeichneten Gräbern liegen die meisten von ihnen auf umliegenden Friedhöfen begraben, auch auf dem Waldfriedhof in Halbe.

Die Stadt Halbe ist seit dem Fall der Mauer Anlaufpunkt für nationalsozialistisches »Heldengedenken« von Alt- und Neonazis.

Weiterführende Informationen www.antimilitaristischer-foerderverein.de

34. Hamburg/Blankenese

Auf Privatinitiative der Hamburger Künstler Andrea Peschel und Ulrich Wolf wurde 1991 Jahre auf dem Friedhof der evangelischen Kirchengemeinde in Blankenese eine Plastik errichtet. Sie zeigt einen Soldaten, der auf seinen Knien einen Gewehrkolben zerbricht. Unmittelbarer Anlass für die Denkmalsetzung war der Ausbruch des Golfkrieges 1991. Aufgrund wiederholter Zerstörungen des Deserteursdenkmals musste die Künstlerin die Plastik in Acryl erneuern. Gleichzeitig befanden sich regelmäßig frische Blumen davor. Im Jahre 2005 wurde das Denkmal entfernt, da sich die Naturbaustoffe (Acryl und Textilien) aufzulösen begannen. In Hamburg erinnert nun einzig das Denkmal am Höltigbaum allgemein an das Schicksal der Wehrmachtsdeserteure.

Foto/Abbildung www.museenkoeln.de

35. Nottuln

Die Friedensinitiative Nottuln in der Nähe des westfälischen Coesfeld schrieb im Jahre 2008 einen Ideenwettbewerb zur Errichtung eines Denkmals aus. Nach Auskunft einer der beauftragten Künstlerinnen, scheiterte das Projekt bisher an der Weigerung von Gemeinde und katholischer Kirche, das Projekt zu unterstützen.

36. Ost-Berlin

Am 8. Mai 1989 stellte der »Freundeskreis der Wehrdiensttotalverweigerer« an der Samariterkirche in Ostberlin die Plastik »Dem unbekannten Deserteur« auf. Die Skulptur bestand aus einem Zementsockel und einem bearbeiteten Doppel-T-Träger und stand dort nur einen Tag.

 

Zu ergänzen wären schließlich weitere Aktionen und Maßnahmen, die bis heute kaum dokumentiert sind; zu nennen sind ein Kunstprojekt im Jahre 1989 in Wuppertal, Kranzniederlegungen, Wanderausstellungen, die von Gelsenkirchen (1988), Aachen und der Gemeinde Nottuln (1989) ausgingen. Weitere Denkmalsinitiativen sind überliefert aus den Städten Wiesbaden, Saarbrücken, Frankfurt, Regensburg, Nürnberg und Lübeck. Denkmalsetzungen fanden dort jedoch letztlich nicht statt. In nordrhein-westfälischen Emsdetten wurde 1987 ein ambulantes Denkmal errichtet, in Schweinfurt fand 1988 eine symbolische Grundsteinlegung für ein Deserteursdenkmal statt. (Diese Informationen aus: Geschichtswerkstatt, Heft 22, Deserteure. Eine notwendige Debatte).

 

 

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